Meine sehr geehrten Damen und Herren,

liebe Eppelheimerinnen und Eppelheimer, 

 

am 23. Oktober entscheiden Sie, wer zukünftig die Verwaltung leiten und Ihre Stadt repräsentieren soll.

Ich bewerbe mich als Bürgermeisterin, um Eppelheim mit Ihnen gemeinsam fit für die Zukunft zu machen. Jetzt möchte ich ihnen erst einmal einiges zu meiner Person erzählen

Ich bin 38 Jahre alt, verlobt und habe zwei Kinder. Nicolas wird im Dezember 17 und Katharina ist 15.

Ich bin in Speyer geboren und nach dem Abitur habe ich an der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung in Mayen studiert.

Als Diplom-Verwaltungswirtin war ich zunächst im Bereich Finanzen der Stadt Ludwigshafen beschäftigt, nämlich bei der Stadtkasse. Genau in der Zeit als die Buchhaltungssysteme von der Kameralistik auf die Doppik umgestellt wurden. 

Mit 27 wurde ich Abteilungsleiterin für Gewerbe und Gesundheit im Bereich Öffentliche Ordnung der Stadt Ludwigshafen. Gleichzeitig war ich stellvertretende Ordnungsamtsleiterin. 

Ich kam also sehr schnell in Führungs- und Organisationsverantwortung. 

Von 2009, mit gerade mal 30, wurde ich Bezirksbürgerdienstleiterin bei der Stadt Mannheim. 

 

Ich war Leiterin von 3 Stadtteilrathäusern zuständig für Rheinau, Neckarau und Lindenhof. Und damit für jedes Verwaltungsthema erste Ansprechpartnerin für fast 70.000 Bürgerinnen und Bürger.

 

Als Rathauschefin war ich für den kompletten Bürgerservice zuständig und habe auch die Neujahrsempfänge und den Rathaussturm durchgeführt.

Und ich war Standesbeamtin für das Stadtgebiet. Eine der schönsten Aufgaben im Rathaus. 

Zugleich war ich Geschäftsstelle der Bezirksbeiräte, das ist ähnlich wie der Gemeinderat, nur für die einzelnen Stadtteile. Ich habe Sitzungen geleitet und organisiert und auch die Pressearbeit übernommen.

 

Ich habe Verwaltung, Politik und Bürgerschaft zusammengebracht und immer sehr vertrauensvoll mit allen Parteien, Kirchen, Vereinen und anderen Gemeinschaften zusammengearbeitet.

 

Für diese Arbeit war ich oft 7 Tage im Einsatz, meist zu ungewöhnlichen Zeiten. In der Bürgerschaft wird man als der „Ortsbürgermeister“ angesehen und es hat mir viel Freude gemacht, mich für die Menschen einzusetzen.

Meine Kinder kamen dann in ein Alter, wo Sie nochmal mehr Unterstützung gebraucht haben und ich bin dann zu einer Führungsaufgabe im inneren Dienst gewechselt. Ich leite seitdem die Fahrerlaubnisbehörde der Stadt Mannheim und da es dort vor allem um juristische Fragen geht, habe ich damit meine Qualifikation noch erweitert.

 

Jetzt sind meine Kinder groß und gehen immer stärker Ihren eigenen Weg. Ich tröste noch bei Liebeskummer oder mache den Geldbeutel auf. Sie kennen das sicher auch selbst. 

Ich sehe jetzt die Möglichkeit meine beruflichen Ziele anzugehen.

In den letzten Jahren hat mir mein Arbeitgeber ein Weiterbildungsstudium für besonders qualifizierte Führungskräfte ermöglicht. An der „Hochschule der Wirtschaft für Management“ habe ich meine Abschlussarbeit als zertifizierte Kommunalmanagerin zum Thema „Nachhaltige Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung“ geschrieben. 

Diese Studien können mir für Eppelheim jetzt sehr nützlich sein.

Warum will ich Ihre Bürgermeisterin werden? Bürgermeisterin ist für mich persönlich der beste Job den es gibt, weil Sie sich um die Sorgen und Nöte der Menschen kümmern.

Ich habe Verwaltung von der Pike auf gelernt und in ganz verschiedenen Bereichen die dringend notwendige Erfahrung gesammelt. 

Jetzt möchte ich die Verantwortung für Eppelheim übernehmen.

Warum Eppelheim? Ganz einfach. Ich mag Eppelheim. Ich habe mir mehrere Gemeinden angeschaut und auch einige Gespräche mit den Menschen dort geführt. Ich habe aber nie eine Bewerbung geschrieben.

Hier ist das anders. Ich war vor der Bewerbung mit meiner Familie hier. Wir haben uns Eppelheim angeschaut, sind durch die Straßen gelaufen, in Cafés und Restaurants gewesen. Und wir haben alle das gute Gefühl gehabt, dass wir hier ein zuhause haben können. 

Ganz ohne Unterstützung ist so ein Amt nicht zu erreichen. Nach sehr guten Gesprächen bei der SPD und den Grünen habe ich beschlossen JA zu Eppelheim zu sagen. Mittlerweile habe ich mich bei allen Parteien vorgestellt und ich habe als Parteiunabhängige Unterstützer gefunden.

 

Um die Stimmung in einer Stadt zu erfahren, muss man sich „uff die Gass“ stellen. Das habe ich als Erstes getan. Ich habe mich auf den Wasserturmplatz gestellt und habe mich mit den Bürgerinnen und Bürgern unterhalten. Ein altes Sprichwort sagt: „Am Markt trifft man die Leute“. Allerdings nur, wenn es auch ein Angebot gibt, das war ein recht dürftiger Zustand, da würde ich schauen, ob noch mehr möglich ist.

Ich habe mich bei Vereinen, Kirchen und andere Gemeinschaften oder Arbeitskreisen vorgestellt, viele lerne noch kennen.

In Eppelheim ist ehrenamtlich richtig was los. Das gefällt mir.

Ich kenne als Vereinsvorsitzende, als Elternbeirätin und Kirchengemeinderätin nicht nur die Seite der Verwaltung, sondern kenne Ihre Anliegen auch aus eigener Erfahrung.

Die vielen Kontakte mit Ihnen, meine Damen und Herren, haben mir gezeigt, was Ihnen wichtig ist und was Ihnen am Herzen liegt. Daraus leite ich meinen Auftrag ab, den ich als künftige Rathauschefin gerne anpacken möchte.

 

Ich wurde oft gefragt, wenn Sie Bürgermeisterin werden, was machen Sie als Erstes? 

Nun, ich würde zwei Dinge zuerst angehen. Nämlich zum einen die Verwaltung kennen lernen, vom Wissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren und dann einen Kassensturz machen. Erst einmal mit dem Kämmerer im Büro einschließen und die Fakten erfahren. 

In einer Verwaltung gibt es richtig gute Leute und deren Potenziale werden mir helfen Sie alle noch besser zu verstehen.

Zum anderen würde ich mich tief in die laufenden Projekte einarbeiten, um diese verantwortungsvoll zu Ende zu führen oder wenn nötig und möglich, auch noch einzugreifen.

Dann wurde ich gefragt, haben Sie sowas wie einen Masterplan? Klar, hab ich. Und der sieht so aus:

 

Erstmal will ich eine Bürgerstadt. Beteiligungsformen die Ihnen gerecht werden. Ich will erklären welche Schritte die Verwaltung warum macht. Sie sollen die Möglichkeit haben, bei Entwicklungen Ihre Meinung zu sagen. Dazu auch immer wieder eingeladen werden, um auch mal selbst etwas anzustoßen. Sie wissen doch am besten wie der Hase läuft. Viele haben mich schon angesprochen und signalisiert, dass Sie bereit sind mitzuarbeiten. Sie wollen, ich will auch. Packen wirs doch an.

 

Eppelheim sollte als Gesamtstadt ein zukunftsfähiges Verkehrskonzept haben. Es sollte unter umweltfreundlichen Gesichtspunkten erarbeitet werden. Umweltfreundlich ist menschenfreundlich. Dazu gehören auch Lärm- und Abgasbelastung. 

 

Wir können nicht nur an einzelne Zielgruppen im Straßenverkehr denken, sondern müssen ein Gesamtkonzept erarbeiten. Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer, auch Rollatoren, Rollstühle und natürlich ÖPNV. 

Und ja, da braucht man auch mal einen Experten und vor allem Bürgerinnen und Bürger die von den Gegebenheiten vor Ort berichten. 

Auch eine Wirtschaftsförderung, insbesondere in der Innenstadt, gehört zu einem Verkehrskonzept. Wir wollen ja, dass Sie in der Innenstadt einkaufen.

 

Wir haben eine recht hohe Verschuldung und sinkende Steuereinnahmen. Es war aber wichtig, Schulen zu sanieren und Kindergärten zu bauen. Diese Standortfaktoren werden immer wichtiger. 

Außerdem sind unsere Kinder sowieso das Wertvollste, was wir haben. Diese Einrichtungen, die Schlüsselfunktionen der Erziehung und Bildung übernehmen, müssen sehr gut ausgestattet sein. Da müssen wir dauerhaft dranbleiben. 

Solide Finanzierung ist jetzt ein wichtiges Stichwort für die nächsten Haushalte.

Wir dürfen uns keinen Großprojekten zuwenden, wenn diese nicht auf einer ordentlichen, soliden Finanzbasis stehen. Wir brauchen hier einen ehrlichen Kassensturz und dann schauen wir was geht und was nicht. 

Ein Beispiel ist die Rhein-Neckar-Halle. Das ist mehr als nur eine Halle. Das ist Identifikation, da hat die Luft gebrannt in dieser Halle. Da muss man ganz ehrlich und offen rangehen und schauen, wie man Sie jetzt noch entwickeln kann.

 

Eine so dicht besiedelte Stadt wie Eppelheim braucht ein Naherholungskonzept. Ich bin kein Freund von Nachverdichtung durch weitere Bebauung und somit Flächenverbrauch, wenn schon fast keine Luft zum Atmen mehr bleibt. 

Wir brauchen eine nachhaltige Planung wo dauerhaft Grünflächen ausgewiesen sein sollen. Eppelheim muss nicht auf Biegen und Brechen noch weiter wachsen. Der Bahndamm gehört uns noch nicht, aber ich setze mich dafür ein, dass er als Grünfläche erhalten bleibt.

 

Bezahlbarer Wohnraum muss kontinuierlich geschaffen werden, z.B. durch Zukauf von bebauten Flächen. Die Stadt muss ein Auge auf den Immobilienmarkt haben, um steuernd eingreifen zu können. Ich kann nicht erwarten, dass junge Familien hierbleiben, wenn es keine Wohnungen gibt.

 

Mein Plan ist es Eppelheim zu einer attraktiven Stadt für alle Generationen zu entwickeln. Für alle mit allen unterschiedlichen Bedürfnissen. Dazu gehört insbesondere auch Barrierefreiheit. Nicht nur im baulichen Sinne, sondern z.B. auch bei den Möglichkeiten die Stadtverwaltung zu erreichen. Seniorinnen und Senioren haben andere Bedürfnisse, als die Jugendlichen, die mit dem Internet aufwachsen. 

Die Lebensqualität soll hoch sein. Ich möchte da ansetzen wo Menschen es schwer haben. 

 

Dabei sind unsere Selbständigen auch enorm wichtig. Wenn die Innenstadt nicht mehr bewirtschaftet wird, dann sinkt die Lebensqualität. Ich stelle mir da ein Leerstandsmanagement vor. Dafür brauche ich kein extra Personal, da gibt es qualifizierte Leute.

 

Bei allen Herausforderungen vor denen die Stadt steht, wir haben gute Leute in der Verwaltung. Ich will erst mal nicht hören warum wir etwas nicht können, sondern ich will kreative Vorschläge, die uns eine Diskussion ermöglichen. 

Demokratie lebt doch vom Ringen um die beste Lösung.

Wir haben Ziele. Da wollen wir hin und wenn nicht heute, dann morgen. Gemeinsam kann uns das auch gelingen. 

Zählen Sie auf mich, ich werde auch auf Sie zählen.